Bootstrapping? Wie Bootstrapping? Ich will Mageia ISOs!

Wir haben unsere erste Alpha ISO für Ende Januar angekündigt … aber noch gibt es sie nicht. Verdammt! Was ist denn da los? Lassen Sie es mich erklären.

Es war einmal das Bootstrapping …

Wie bereits im letzten Blog-Eintrag beschrieben, lief unser Build-System in den letzten Wochen auf Hochtouren und mehr als 4.000 Pakete wurden bereits erstellt. Diese Sammlung an Paketen nennen wir Bootstrap.

Wie Sie auf Wikipedia sehen können, ist ein Bootstrap ein kleiner Bootloader, welcher genutzt wird ein größeres System zu starten. Im Falle von Mageia ist mit Bootstrap der aktuelle Schritt gemeint, in dem das Basissystem und die meisten Abhängigkeiten erstellt werden, so dass alle weiteren Anwendungen mit Mageias eigenen Werkzeugen erstellt werden können. Jede Linux Distribution nutzt eigene Pakete, um alle Pakete in ihren Repositories zu erzeugen.

Danach kommt der komplizierte Teil der Geschichte. Eine Art Henne-Ei-Problem. Einige systemnahe Pakete, auch Toolchain genannt, benötigen sich selbst zum kompilieren: gcc, glibc, … Diese Pakete existieren bereits bei vielen Distributionen, so dass das Bootstrapping einfach bei einer dieser Distributionen beginnen kann.

Bei Mageia haben wir uns entschieden Mandriva Pakete zu nutzen, da die erste Veröffentlichung auf Cooker basieren wird. Um diese nutzen zu können, mussten wir sie jedoch zunächst bereinigen:

  • entfernen von Mandriva spezifischen Bits und Teilen (RPM Makros, urheberrechtlich geschützte Elemente wie Bilder, Symbole, veraltetes Material, …)
  • Entfernen nicht benötigter Bedingungen in den Definitionen für die Anforderungen zum Paketbau
  • senden von Patches an die eigentlichen Projekte, so dass wir uns nicht um diese kümmern müssen und alle davon profitieren können, wenn sie akzeptiert werden
  • temporäres entfernen höherer Abhängigkeiten, sofern sie derzeit noch nicht erzeugt wurden und nicht für Mageia vorhanden sind (Java, Mono).

Wenn all das geschehen ist, kann jedes Paket für Mageia im Mageia Build-System erzeugt werden. Anschließend wird der jeweils verantwortliche Paketbauer das Paket prüfen und gegebenenfalls weitere Abhängigkeiten ergänzen, sobald diese verfügbar sind.

Schauen wir uns ein Beispiel an

Der gcc ist ein C-Compiler. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Basissystems, weil er von vielen Programmen benötigt wird, die aus den Quelltexten erstellt werden müssen.

Mageia braucht sein eigenes gcc-Paket, um für sich alle Programme erstellen zu können, welche die Programmiersprache C benutzen (sog. dogfooding“ = hier: Verwendung eines eigens selbsterstellten Programms, um weitere zur eigenen Nutzung zu erstellen). Für Mageia ist dies ein entscheidender Arbeitsschritt, denn, wenn man es richtig macht, kann so sichergestellt werden, dass alles glatt läuft, während gleichzeitig
mögliche Probleme aufgelistet und korrigiert werden können. Dann werden wir den gcc für Mageia erstellt haben.

Wenn die Toolchain erstellt wurde, können wir den Mageia-Kernel, die X-Treiber, den X-Server, etc. neu bauen – und schließlich auch anwenderorientierte Programme. Ein mittels Bootstrapping erstelltes Betriebssystem bietet Paketbauern nicht mehr als einige Libraries und einen Compiler. Bevor das Team der Paketbauer wirklich ernsthaft mit der Arbeit beginnen kann, müssen erst einmal noch zusätzliche Kernsystempakete hinzugefügt werden. Für ihre Erstellung sind bei vielen Paketen einige abhängige Pakete notwendig, die wiederum einige andere abhängige Pakete erfordern.

Letztendlich werden Tausende von Paketen benötigt, um die wichtigsten Systembestandteile zu erzeugen welche zur Erstellung von anwenderorientierten Programmen benötigt werden.

Natürlich ist das nur ein grober Umriss, ohne all die spannenden Dinge, die so während des Rebuild-Prozesses passieren können. Aber so geht das im Großen und Ganzen.

Warum ist Bootstrapping so wichtig?

Wie bereits gesagt handelt es sich beim Bootstrappingprozess um einen Arbeitsschritt bei dem Paketbauer und Spezialisten für das Basissystem sich die Zeit nehmen können, die Konsistenz der Distribution auf der untersten systemnahen Ebene zu überprüfen, Abhängigkeiten zu bereinigen und das Basissystem in Einklang mit den Statuten der Distribution zu bringen. Also ist Bootstrapping nicht ausschließlich etwas für Leute, die sich für Forks interessieren :)

Übrigens werden sich das Verbessern des Bootstrappings sowie das Schreiben einer ordentlichen Dokumentation dazu als äußerst nützlich erweisen, wenn neue Prozessorarchitekturen hinzugefügt und unterstützt werden. Dann braucht man eine anständige Toolchain, ein Basissystem… Das selbe Lied.

ISOs!

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Wann können wir mit einem ersten Test-ISO rechnen? Der Bootstrappingprozess wurde vor einem Monat begonnen und sollte morgen beendet sein. Ungefähr 1.500 Stunden waren notwendig, um die vorhandenen Pakete zu erstellen. Darin eingerechnet sind erfolgreich erstellte Pakete, aber auch Fehlschläge, Rebuilds, technische Fragen, die entschieden werden mussten, überraschend aufgetretene Probleme, Diskussionen…

Nun sind wir soweit :). Das Repository ist fertig für erste Test des Paketbaus, unser Rechner zur ISO-Erstellung wurde ordentlich konfiguriert und die Alpha1 wird für den 15. Februar erwartet; bleiben Sie am Ball, bald gibt es mehr Neuigkeiten zur künftigen Roadmap!

(Original gepostet am 03.02.2010 von ennael)

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Wir sehen uns auf der FOSDEM

Ungefähr 20 von uns werden an dem Spaß teilnehmen und am kommenden Wochenende die FOSDEM in Brüssel besuchen (Wikiseite mit unseren Vorbereitungen).

Neben guten und interessanten Diskussionen wird es am Sonntag zwei Vorträge über Mageia geben:

  • um 10:30 Uhr im CrossDistro Entwicklerraum (H.1302); hier geht es hauptsächlich um die technische Seite des Projektes;
  • um 16:30 Uhr im LibreOffice Entwicklerraum (H.2214); hier stehen in erster Linie die organisatorischen und strukturellen Fragen im Vordergrund.

Außerdem werden wir am Sonntag um 14:30 Uhr unsere erste Generalversammlung abhalten (Ort ist noch nicht bekannt).

Wir hoffen Sie dort zu treffen, sprechen Sie uns an wenn Sie Fragen zum Projekt und dessen Fortschritt haben.

Belgien, wir kommen!

Übrigens: Merken Sie sich die Zahl 5. Wir werden am Sonntag darüber sprechen.

(Original publiziert von rda)

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Bericht vom Treffen zum Thema „Installationsprogramm für Anwendungen“

Einer der wichtigsten und grundlegenden Werte im Bereich der Freien Software allgemein und für Mageia im Besonderen ist die Zusammenarbeit. Zusammenarbeit mit Benutzern zur Lösung von Problemen und mit Entwicklern zur Verbreitung ihrer Software, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Distributionen durch die gemeinsame Nutzung von Ausstellungsständen, Patches, Code und vielen anderen Komponenten.
Von diesem Geist der Zusammenarbeit erfüllt reiste ich nach Nürnberg. Meine Begleiter waren Stormi (Gründer des Projektes mageia app db) und Nanar (unser Mirrormanager, der Mann hinter Sophie und vielen anderen Projekten). Wir folgten einer Einladung von Vincent Untz (OpenSuse und Gnome). Thema des von Novell unterstützten 3-tägigen Treffens mehrerer Distributionen war der Austausch von Erfahrungen und Meinungen über ein Installationsprogramm für Anwendungen („Application Installer„). Vielen Dank an Novell für die Organisation und die finanzielle Unterstützung für einige von uns.

Wie auf der Wikiseite des Treffens zu lesen ist, nahmen an dem Treffen außer uns noch Vertreter von Fedora, OpenSuse, Debian, Ubuntu und KDE teil.

Das Thema erscheint recht anspruchsvoll, was sich auch bestätigte. Wir haben trotzdem einen Konsens über eine gemeinsame Liste von Standards erreicht. Diese sind im Detail in mehreren Berichten von anderen Teilnehmern nachzulesen ( Enrico ZinniRichard Hugues und andere).
Zusammenfassend gesagt (dank des Blogs von Richard Hugues, den ich als Vorlage benutze) wurden Präsentationen verschiedener Programme gezeigt, darunter das PackageKit, das Ubuntu SoftwarecenterDebtags und OCS. nschließend diskutierten wir die Frage, wie man verschiedene Metadaten (Screenshots, Kommentare, usw.) gemeinsam nutzen könnte. Heraus kamen der Entwurf einer Spezifikation und verschiedene weitere Dokumente, wie man in der Schlußpräsentation sehen kann. Auch die Wikiseite enthält eine umfassende Dokumentation darüber.

Nun stellt man sich die wichtige Frage, was dies alles für uns bedeuten kann. Obwohl wir alle von der Wichtigkeit dieser Innovation für die Freie Software und Mageia überzeugt sind, möchte ich zunächst anmerken, dass ich nicht geplant habe, diese Software ohne Rücksprache mit den anderen Mitgliedern zu verwenden. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass wir von der Arbeit der kommenden Monate profitieren können. Zu den anstehenden Aufgaben gehören Entwicklungen in Python/PHP/Perl (entweder am Packagekit, an Mageia-app-db oder am Ubuntu Softwarecenter), Paketbau und vielleicht später etwas Arbeit für die Systemverwaltung.

(Anm. d. Übersetzers: Das im Originaltext von misc erwähnte IRC-Meeting zu diesem Thema fand bereits am 26.01.2010 statt. Falls Sie bei diesem Projekt mithelfen wollen oder Fragen dazu haben, so finden Sie Diskussionen und Informationen darüber in der Mailingliste der Mageia-Entwickler.)

(Original gepostet am 26.01.2010 von misc)

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Mageia tritt dem Open Invention Netzwerk bei

Mageia.Org ist soeben dem Open Invention Network als Lizenznehmer beigetreten.

Software Patente sind eine Bedrohung für die Open-Source-Software-Entwicklung und für freie Innovationen im Allgemeinen.

Das Ziel des OIN ist es, die Bedrohung durch Software-Patente innerhalb des Linux-Ökosystems zu minimieren. Es hilft, indem es das Vertrauen, die freie Innovation und das Wachstum innerhalb des Linux-Blockes unterstützt und eine schützende und verteidigende Haltung gegenüber Software-Patenten einnimmt.

Das OIN bietet seinen Mitgliedern und Lizenznehmern die folgenden Möglichkeiten:

  • die gegenseitige, kostenlose Lizenzierung ihrer Patente mit Bezug zu Linux,
  • die Nutzung des dem OIN gehörenden Patent-Pools,
  • Kräfte zu sammeln, um sich gegen die Bedrohung durch Software-Patente zur Wehr setzen zu können

Obwohl dies die Frage der Software-Patente nicht löst, ist es eine große Hilfe gegen diese Art der Bedrohung. Mageia.Org setzt alles daran, Software die Menschen in ihrem täglichen Leben unterstützt zu verstehen, zu entwerfen, zu entwickeln und zu veröffentlichen. Software-Patente sind in dieser Beziehung wenig hilfreich., weswegen wir das OIN und andere Initiativen begrüßen und unterstützen, die dabei helfen den Effekt von Software-Patenten und ihren Missbrauch zu reduzieren.

Zu den OIN-Mitgliedern zählen Sony, IBM, NEC, Red HatPhilipsNovell. Zu den OIN-Lizenznehmern zählen Canonical, Fluendo, GNOME, Google, KDE, Mozilla, OpenMoko, Oracle, Tom Tom und viele andere.

Beachten Sie, dass das OIN nicht allein ist, sich aber auf das Linux-System bezieht. Es ist auch nicht der einzige Weg zur Bekämpfung von Software-Patenten, wo diese wirksam sind. Sehen Sie hierzu auch (alle verlinkten Seiten in Englisch):

(Original von rda)

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Ein Frohes Neues Mageia!

Lassen Sie uns zunächst die guten Wünsche loswerden… das Mageia Team möchte Ihnen und Ihrer Familie ein Frohes Neues Jahr wünschen :D . Wir alle hoffen, dass 2011 für alle Benutzer, Mitwirkende und Partner das Mageia-Jahr wird, in dem wir Ihnen eine stabile und innovative Open-Source-Umgebung vorstellen und anbieten können.

Da wir gerade von der Zukunft sprechen: das neue Jahr beginnt mit dem Start der echten Arbeit an Mageia!

Paketbau

Während des Meetings des Paketbau-Teams am vergangenen Mittwoch wurden die Paketbau-Tasks gestartet. In den nächsten Tagen werden die ersten Pakete von etwa 40 Paketbauern importiert werden. Damit verbunden wird das Mentoring neuer Paketbauer beginnen, so dass alle Angebote der Mitarbeit, die wir seit Beginn des Projektes erhielten, auf einen guten Weg gebracht werden können. Sie können uns im IRC-Kanal #mageia-mentoring treffen, um alle Aspekte dieses Programms zu diskutieren. Für die Führung des Paketbau-Teams wurden inzwischen zwei Repräsentanten gewählt.

Unser Buildsystem, ein Eckpfeiler des Projektes, wird vom Sysadmin-Team mit Hilfe von Pascal Terjan aktualisiert und zusammengestellt (falls Sie ihn treffen, denken Sie daran, ihm ein Bier auszugeben! :) ). Weitere Details zum Buildsystem folgen später.

Übersetzungen

Im Übersetzer/i18n-Team wurden die grundlegenden Schritte zum Aufbau des Übersetzungsprozesses sowie der Arbeitsabläufe getan. Zur Zeit etablieren die Teams zwei grundlegende Arbeitsabläufe (mit und ohne Transifex) und wir werden in Kürze einsatzbereit sein. Die i18n-Teams erwarten darüber hinaus, dass sich nach dem Ausbau der Infrastruktur (also bald) weitere Freiwillige für die Mitarbeit interessieren werden, sowohl erfahrene Experten als auch neue Interessenten. Kurz gesagt: bei i18n läuft alles planmäßig!

Web

Das Webteam hängt dem Zeitplan für das neue Wiki und das Forum noch etwas hinterher, wird diese Aufgaben jedoch im Lauf des Januars erledigen. Der Fortschritt wird aufgrund der umfangreichen Infrastruktur (Bugzilla, WWW, Maintainers, Accountverwaltung, Kalender, Code Repositories) verlangsamt.

Kommunikation & Marketing

Nun… wie Sie vielleicht feststellen, gibt es noch keine großen Aktivitäten in diesem Bereich, obwohl sich auch da langsam etwas aufbaut. Sobald wir ein Produkt anbieten können, wird auch das Marketing ernsthaft beginnen.

Alpha 0 Release

Wir sind auf dem planmäßigen Weg zu unserem ersten technischen Release in diesem Monat. Wie bereits angekündigt, wird diese Alpha aber nur genau das werden, was sie ist: eine Alpha-Version. In den kommenden Monaten werden die Dinge dann richtig interessant werden.

FOSDEM

Am 5./6. Februar werden sich einige von uns auf der FOSDEM in Brüssel treffen und dort Meetings und Diskussionen mit vielen anderen fröhlichen Free Software Hackern geniessen!

(Original von ennael)

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